Wir erkunden auf dieser tollen Tour das idyllische Indetal mit Klauser Wäldchen sowie die weitläufigen Feld- und Wiesenlandschaften nördlich von Kornelimünster.
Ganz nach dem Vorbild der einstigen Eremiten ziehen wir uns aus dem Gästetrubel in Kornelimünster in eine abgeschiedene Welt zurück. Im sanften Auf- und Ab folgen wir der Inde auf naturbelassenen Pfaden durchs Klauser Wäldchen. Das urige Naturschutzgebiet von 1928 ist das älteste der Stadt Aachen, hier darf der Wald natürliche Unordnung schaffen. Im lichten Laubwald treffen wir auf über 200jährige Buchen und bemoostes, morsches Totholz, ein Eldorado für Insekten und Vögel. Im Frühjahr setzen besondere, gelbe Buschwindröschen Akzente im Waldboden.
Der Rückzug will erklommen werden. Unser Ziel, die Klause, liegt auf einem Felssporn aus Kalkgestein durch das sich die Inde in Jahrmillionen gegraben hat. Im Tal am Indedurchbruch treten die imposant gefalteten Kalkschichten zutage. Den Kalk der Region hatten sich schon Kelten und Römer zunutze gemacht. Zum größeren Abbau kam es im Zuge der Industrialisierung im 19. Jh., er fand im Bau zur Zementherstellung, in der Stahlproduktion oder auch als Düngemittel Verwendung. Der Kalkofen Bilstermühle auf unserem Weg war von 1870 bis ins 20. Jh. in Betrieb.
Ist die Klause erreicht, genießen wir den Blick ins Tal, sonntags gibt’s hier Kaffee und Marmorkuchen. Im Anbau neben der Kapelle Maria im Schnee befand sich bis 1904 die Eremiten-Wohnung. Der Name des vermutlich Ersten unter ihnen, Frère Toma Larondel, prangt über der Kapellentür, er zog 1658 hier ein.
Der stille Weg durch den Klauser Wald erzählt Blaustein Geschichten. Die sieben Stationen eines wahrlich steinalten Bittwegs wurden bereits vor über 100 Jahren restauriert. Unterhalb des Kapellenplatzes lugen ruinenhafte Blausteinsäulen aus dem Dickicht. Hier hatte Napoleon einen Rückzugsort für seine Stieftochter, Hortense, Königin von Holland, vorgesehen. Doch endete mit der Franzosenherrschaft 1815 auch der Traum vom Pavillon im Grünen. Das Klauser Wäldchen wurde Staatseigentum, bis Friedrich Wilhelm III. es 1819 der Pfarrgemeinde Kornelimünster schenkte, was ihr einen Blausteinobelisken auf der Terrasse wert war und der es bis heute gehört.
Dann heißt es Weite genießen. Aus dem Wäldchen geht es hinaus im sanften bergauf, bergab über Feld- und Wiesenwege mit herrlichen Ausblicken über die ausgedehnte Weide- und Heckenlandschaft des Münsterländchens. Nach kurzem Ortsdurchgang durch das Dorf Krauthausen mit alten Bruchsteinhäusern kehren wir zurück in die grüne Weite, bis uns kurz vor Kornelimünster Varnemum als nächster Rückzugsort empfängt. Ruinen zeichnen den Grundriss des einstigen Tempelbezirks nach. Hier befand sich etwa seit Christi Geburt bis zum Ende der Römerherrschaft ein gallo-römischer Kultplatz und Tempel, der den Göttern Varneno und Sunuxal gewidmet war, im Umfeld fand man Reste einer Siedlung. Bis heute hat der weite, erhabene Platz nichts von seiner Anziehungskraft verloren. Wir nutzen ihn zur kontemplativen Verschnaufpause. Dann tauchen wir in den Wald ein und erreichen am hochgelegenen Ortsrand von Kornelimünster die Bergkirche St. Stephanus, einst Pfarrkirche des Münsterländchens, deren Turm und Krypta bis ins 9./10. Jh. zurückgeht. Gemächlich geht es bergab zurück in den quirligen historischen Charme von Kornelimünster.
Highlights entlang des Weges:
Text: Bettina Kreisel
Bleiben Sie auf den ausgewiesenen Wegen.
Nutzen Sie für die individuelle Planung Ihrer Anreise mit dem PKW unseren Anfahrtsplaner und geben Sie als Zielort "Korneliusmarkt" ein.
Abteigaren/Kunsthaus NRW, Korneliusmarkt
Haltestelle Kornelimünster
St. Kornelius
Benediktusplatz 11
52076 Aachen
Kornelimünster
Korneliusmarkt
52076 Aachen
Kunsthaus NRW Kornelimünster
Abteigarten 6
52076 Aachen